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„Der
Mensch kann ohne Gold, aber nicht
ohne Salz leben“
Cassiodorus, Schriftgelehrter in Rom
vor ca. 1.500 Jahren
Der
Salzbedarf eines Menschen beträgt
pro Tag zirka 6 Gramm.
Um diesen Bedarf an Salz zu decken,
haben die Menschen komplexe Methoden
zur Salzgewinnung entwickelt um das
begehrte Mineral abzubauen.
Salz
galt in der Vergangenheit stets als
wertvolles Gut betrachtet und
brachte
den Herstellern (Salinen) und
Händlern viel Geld und damit Macht.
Durch das
„weiße Gold“ entwickelten sich
prächtige Städte, welche als Basis
für den internationalen Handel
galten.
Das Salz wurde auf Land und Seewegen
befördert.
Erst im
Zeitalter der Industrialisierung
entwickelte sich dann
das Salz vom Luxusgut zum Massengut
und von da an wurde
es jedem Bürger günstig zugänglich
gemacht.
Die
Geschichte vom Salz:
Das Salz
wurde schon von den frühen
Hochkulturen sehr vielfältig
verwendet. So verwendeten die
Ägypter, Sumerer und Babylonier das
Salz zum würzen, konservieren und
mumifizieren der Toten.
Sie
gewannen das Salz entweder aus dem
Meer, oder den Salzablagerungen in
Salzwüsten.
Griechen
und Römer haben ihr Salz
ausschließlich dem Meer abgewonnen.
In den speziell angelegten
Salzgärten wurde durch Sonne und
Wind ein Verdunstungsprozess des
Meerwassers erreicht. In den
Salzbecken blieb dann ein
hochwertiges, festes Salz zurück Der
Wert des so gewonnen Salzes war auf
Grund der aufwendigen Salzgewinnung
sehr kostbar. Über so genannte
Salzstassen „Via Salia“ wurde das
Salz ins Landesinnere gebracht.
Der
Salzhandel war ein einträgliches
Geschäft und wurde von Beamten und
Soldaten überwacht. Der Lohn wurde
zum Teil mit Salz beglichen, daraus
entwickelte sich der heutige Begriff
Sold.
Um den
Frieden zu waren wurde das Salz vom
römischen Staat subventioniert,
somit konnten sich auch ärmere
Bevölkerungsschichten das kostbare
Gut leisten.
Im
Mittelalter wurde das Salz in der
Hauptsache durch das Sieden von Sole
hergestellt. In dieser Zeit waren
die Menschen nicht mehr auf
natürliche Salzquellen angewiesen,
das Salz konnte somit künstlich
hergestellt werden. Im Salzgestein
wurden Hohlräume geschaffen, in
denen dann Wasser eingeleitet
wurden. Die dabei entstehende Sole
wurde in den Salinen (Salzwerken)
über Tage gesiedet. Das Salzwasser
wurde in den Salzpfannen so lange
erhitzt bis nur noch das feste Salz
übrig war. In Deutschland gab es die
bekanntesten Salinen in Lüneburg,
Halle und Bad Reichenhall.
Obwohl
die Herstellung von Salz immer mehr
zunahm, blieb es im Mittelalter ein
wertvolles Gut. Adel und Klöster
profitierten stark durch Zölle und
Steuern. In den Salzregionen
florierte die Wirtschaft, womit
allerdings auch das
Konfliktpotential stieg. Es wurden
sogar einige Kriege um Salz geführt.
Um 1156 wollte so auch Heinrich der
Löwe vom Salzhandel profitieren und
ließ die
Isarbrücke bei Freising zerstören.
Von da an musste das Salz aus Bad
Rechenhall über seine Brücke in
München transportiert werden. Die
eingenommene Mautgebühr verhalf
München zu Reichtum und Erfolg.
Besonders intensiv wurde Salz in
Lüneburg hergestellt. Schon um 956
gab es dort die erste Saline. Über
1.000 Jahre hinweg wurde in und um
Lüneburg die Wirtschaft bestimmt.
Zwischen 1276 und 1797 wurde das
Lüneburger Salz in 54 Salinen
gewonnen. Pro Saline gab es 4
Bleipfannen und ca. 300
Beschäftigte, in dieser
Größenordnung konnte man durchaus in
dieser Zeit von einem Großbetrieb
sprechen.
Mit
Ausnahme der wichtigsten kirchlichen
Feiertagen, wurde in den Salinen
täglich gearbeitet. Damit die
Siedefeuer rund um die Uhr brennen
konnten, wurde viel Holz aus dem
Umland benötigt. Die einst dichten
Wälder um Lüneburg verwandelten sich
nach und nach in die heutige
Lüneburger Heide. In den 54 Salinen
wurden jährlich ca. 20.000 Tonnen
Salz hergestellt. Für den
internationalen Handel sorgte die
Lübecker Hanse. Das Salz wurde
entweder auf dem Landweg auf den so
genannten Salzstraßen oder der
Stecknitz, dem heutigen Elbel-Lübeck
Kanal nach Lübeck gebracht und
umgeschlagen. Die Lübecker Hanse
verschiffte ca. die Hälfte der
gesamten Lüneburger Salzproduktion
über die Ostsee, bis nach
Skandinavien und dem Baltikum. In
Lüneburg wurde noch bis 1980 Salz
produziert, hatte aber schon lange
an Bedeutung verloren.
Im 19.
und 20. Jahrhundert konnten durch
wissenschaftliche Forschungsmethoden
große Salzvorkommen erschlossen
werden. Diese Salzlagerstätten
machten das Salz alltagstauglich.
Der Geologe Carl Christian Friedrich
Glenck entdeckte durch seine
zahlreichen Bohrungen große
Salzvorkommen, unter anderem
Schweizer Halle und Luisenhall. Der
Abbau von Steinsalz wurde zu dieser
Zeit vorangetrieben und machte das
Deutsche Reich zu einen der
Weltgrößten Salzproduzenten der
Welt. Es wurden zu dieser Zeit ca.
140.000 Tonnen Salz in Deutschland
produziert.
In der
heutigen Zeit werden Software
gesteuerte Sprenglöcher gebohrt. Bis
zu 2.000 Tonnen Salz werden pro
Sprengung erschlossen, das
entspricht ca. 50 LkW – Ladungen.
Allein die Saline Luisenhall
produziert noch Siedesalz nach dem
alten Siedeverfahren. Ansonsten
verdampft heute die Sole in
geschlossenen Behältern zu Salzbrei.
Dieser Brei wird dann über
Zentrifugen entwässert und
getrocknet. Deutschland produziert
heute ca. 12 Millionen Tonnen Salz
pro Jahr, was ca. sieben Prozent der
jährlichen Weltproduktion
entspricht.
Salz ist
heute aus unserem Leben und aus
unserer Küche nicht mehr
wegzudenken. Wir unterscheiden
Kochsalz, Meersalz, Steinsalz und
Kristallsalz und dies zurecht.
Abgesehen von der unterschiedlichen
Herstellung und Zusammensetzung gibt
es auch geschmackliche Unterschiede.
Salz ist eben nicht gleich Salz,
hängt jedoch stark vom eigenen
Geschmacksempfinden ab.
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